Weiterbildungen

Qualitätssicherung durch Fortbildung

März-Fortbildung

Gästeführer Dirk Missbach (rechts) bei seinen Ausführungen zur Ahrtalbahn (Foto: Armin Küpper)

 

März-Fortbildung der Ahrtal-Gästeführer

Ahrtal-Gästeführer folgten den Spuren alter Eisenbahntrassen im nördlichen Ahrkreis


Ahrweiler: Im März fand im Haus der Schützen ein Vortrag zu den „Spuren alter Eisenbahntrassen im nördlichen Ahrkreis“ statt.
Ein vermeintliches Nischenthema, das großes Interesse bei den Gästeführern geweckt hat. Die Eisenbahn war und ist wichtig und hat das Ahrtal geprägt.
Das ist auch heute noch erkennbar an den zurzeit ausgeführten großen Bau- und Erneuerungsmaßnahmen.
Als Ahrweiler 1880 an die Rheinschiene angebunden wurde, mussten die Kurgäste nicht mehr den beschwerlichen Weg mit der Postkutsche von Remagen
nach Bad Neuenahr auf sich nehmen. Waren konnten schneller transportiert werden. Als 1886 die Ahrtalbahn bis nach Altenahr und 1888 bis Adenau
verlängert wurde, hatte man in Ahrweiler jedoch Sorgen, dass die Gäste weiterfahren würden und es zu einem Rückgang der Besucherzahlen kommen würde. Aus strategischen Gründen begann 1910 der zweigleisige Ausbau der bisher eingleisigen Ahrtalbahn. Die ehemalige Streckenführung vorbei am Ahrtor
bot keine Möglichkeit zur Erweiterung, sodass die zweigleisige Strecke nördlich der Stadt verlegt wurde. Aus diesem Grund liegt der Bahnhof Ahrweiler
nicht direkt am Gleis und in Walporzheim musste sogar ein neuer Bahnhof errichtet werden.
1912 wurde mit dem Bau der „Ruhr-Mosel-Entlastungslinie“ begonnen. Die dazugehörige unvollendete Adenbachtalbrücke ist gut zu erkennen.
Von den fünf Tunneln wurden zwei für den ehemaligen „Ausweichsitz der Verfassungsorgane“ verwendet. Im Silberbergtunnel hat der Heimatverein Alt-Ahrweiler
die „Stadt im Berg“ nachgebildet, in der die Menschen zu Kriegsende Schutz gesucht haben.
Der Sonderbergtunnel in Dernau wird noch genutzt. Die Strecke nach Rech und der dortige Herrenbergtunnel wurden im Rahmen der Flurbereinigung überbaut und sind
bis auf einen kleinen Rest des westlichen Tunnelportals nicht mehr zu erkennen.
Eine weitere Strecke sollte von Ringen an den Rhein führen. 1927 wurden die Bauarbeiten mangels Wirtschaftlichkeit eingestellt.
Der ehemalige Eisenbahndamm wurde später bepflanzt. Wenn man über die A573 in Richtung Norden (A61) fährt, kann man den Damm hinter der Bengener Brücke
auf der rechten Seite erkennen. Am Ende der Trasse befindet sich auf dem geplanten Bahnhof Leimersdorf ein Sportplatz.



Marina Zille            26.03.2025
Ahrtal-Gästeführer e.V.